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Di 13. März 2012

13_03_2012 Fukushima

Fukushima - Ursache, Unfallablauf, Folgen und Lehren

Referent: Horst-Michael Prasser, Professor für Kernenergiesysteme, ETH Zürich

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima wurde durch den Tsunami verursacht, der durch das Tohoku-Erdbeben ausgelöst wurde. Die Notstromaggregate und die Kühlsysteme der Anlage waren unzureichend gegen Überflutung geschützt und wurden durch den Tsunami ausser Gefecht gesetzt. Damit brach die Notkühlung von drei Reaktoren am Standort völlig zusammen und es kam zur Kernschmelze. Die verheerende Zerstörung der Infrastruktur des betroffenen Küstenstreifens verunmöglichte es, rechtzeitig ausreichende Einsatzmittel für eine Begrenzung des Störfalls verfügbar zu machen. So kam es zur Freisetzung grosser Mengen radioaktiver Stoffe, zur Kontaminierung weiter Gebiete in der Umgebung des Werkes und zum Austrag von radioaktiven Stoffen ins Meer.

Der Vortrag beleuchtet die Ursachen und den Unfallablauf aus dem technischen Blickwinkel. Die Folgen werden anhand der bekannt gewordenen Strahlungsmesswerte diskutiert. In Auswertung von Fukushima haben die Aufsichtsbehörden weltweit reagiert. In der Schweiz übliche Nachrüstungen, wie die eines gebunkerten Notstandssystems, hätten den Kernschaden verhindern oder zumindest dessen Folgen weitgehend auf die Anlage selbst begrenzen können. Neubauanlagen der Generation 3 haben von vornherein wesentlich robustere Notkühlsysteme. Die Lehren aus dem Unfall werden weltweit gezogen. So werden die existierenden europäischen Kernkraftwerke einem sogenannten Stresstest unterworfen. Dabei wird überprüft, inwieweit der heutige Stand der Technik bei der Sicherheit eingehalten und umgesetzt wird. In Fukushima ist letztlich nicht der Stand der Technik gescheitert, sondern der nachlässige Umgang damit.

Datum: Dienstag, 13. März 2012
Ort: Tertianum, Göttibachweg 2, Thun
Eingang Hotel Bellevue
Zeit: 20.00 Uhr